XO seafoodbar

 

Der umtriebige Gastronom Fabio Haebel hat nicht nur in seinem michelinbesternten Restaurant "Haebel" (ebenfalls schräg gegenüber in der Paul-Roosen-Straße) gezeigt, dass er weiß, wie Erfolg geht, sondern es sieht ganz so aus, dass ihm immer wieder neue gute Ideen zufliegen, die er dann auch umsetzt. Ganz in der Nähe gibt es sein Kiosque, eine Sauerteigbackstube der ganz besonderen Art (einfach mal ausprobieren), und es gibt die XO Seafoodbar, in der der Schwerpunkt auf innovativ zubereiteten Fischgerichten liegt.
Wir waren wieder einmal zu viert und nun das zweite Mal vor Ort. Um es gleich vorweg zu sagen: Beim ersten Mal hat es mir deutlich besser gefallen. Vielleicht fehlt im Moment Fabios waches Auge, um gewisse Mängel gar nicht erst entstehen zu lassen, keine Ahnung, ich bin nur Gast, kein Gastronom.
Wir bestellten a la carte.


Vorspeisen:
Tataki XO (Hamachi, Stachelbeere, Ponzu, Kerbel)
Butterfly Garnelen (Anchovis Nduja, Roter Pfeffer, Mirin, Mitsuba)
Nordisches Okonomiyaki (gegrillter Kohl, XO Kimchi, Dashi plus geräucherter Faröer Lachs)
Hauptgerichte:
Spicy Lobster Ramen (Shiro Miso, Pilze,Ajitsuke Tamago, Ramen Nudeln, Hummerbrühe, Nori)
Haebel Tonkatsu Sando (Kotelette vom Schwein, Weißkohl, Shokupan, Tonkatsu Sauce)
Spicy Szechuan Muscheln
Dessert:
Apfel Tarte Tatin (Lorbeer, Sojakaramell, Chantilly)
Espresso Martini (Wodka, Espresso, Kaffeelikör)
und zusätzlich einmal Sauerteigbrot.

Die Besteller des Tataki und des Nordischen Okonomiyaki mit Lachs waren zufrieden, während meine Butterfly Garnele leider totgebraten war und die rote Creme, auf der sie thronte zu salzig, Anchovis hin oder her, das muss trotzdem nicht so salzig drüber schmecken. Zudem empfand ich die Kombination aus dieser überkräftigen Creme mit der Garnele nicht harmonisch. Retten konnte da nur das perfekt gebackene Sauerteigbrot, das gewiss aus Fabios Kiosque stammte und eindeutig eine Empfehlung ist.


Während drei von uns die Spicy Lobster Ramen probierten, versuchte der Vierte sich an dem Schweinekotelette gütlich zu tun, scheiterte aber, denn es war einerseits von keinem besonderen Geschmack, wie man es vielleicht hätte erwarten können und obendrein zu trocken gegart. Die Idee, es in einem Brioche-Sandwich zu präsentieren, war an sich eine sehr gute, aber wenn man am Ende nur noch das Brot kaut, weil das Kotelette weit unter den Erwartungen liegt, ist die Enttäuschung groß.
Die Ramen waren geschmacklich gut, ebenfalls die darin befindlichen Zutaten. An dieser Stelle muss ich allerdings anmerken, dass ich bei einer Freundin kürzlich eine deutlich bessere Ramen gegessen habe, sodass ich ganz überheblich mal behaupte, dass hier der Ramenhimmel noch geöffnet ist für die XO Seafoodbar. Geschmeckt hat sie jedoch, was auch für die Portion Miesmuscheln gilt, die wir dann zusammen mit einer Menge aufgebratenem leckeren Brioche gereicht bekamen und an denen wir uns alle gütlich taten:


Die Desserts, das frisch gebackene Tarte Tatin mit einem Apfel, der etwas mehr Eigensinn hätte haben dürfen und der Espresso Martini waren in Ordnung, jedoch unspektakulär.

Fairerweise muss man erwähnen, dass in der XO Seafoodbar die Gerichte immer mal wieder wechseln und wir vielleicht an diesem Abend nicht die idealsten Zubereitungen angetroffen haben, das mag ein paar Wochen später schon wieder ganz anders aussehen.

 

Genussanwältin



XO Seafoodbar
Paul-Roosen-Straße 22,
22767 Hamburg
Telefon: 01517 2423046
 

 
 
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