Yin Seafood

 

 

Die Große Elbstraße wird von uns meist aufgesucht, wenn wir entweder ins Frischeparadies pilgern, um etwas zum Selbstkochen zu ergattern oder aber, um beim Asiaten eine scharfe heiße Tom Kha Gai zu schlürfen. Aber dieses eine Mal war uns nach Abwechslung und wir standen auf Höhe des "Lust auf Italien" vor dem "Yin Seafood Restaurant", welches gleich rechts vom Italiener seinen Standort hat. Seit 2019 hat sich einer der, wie er selbst von sich behauptet, größten Seafood-Importeure gesagt, dass er mal ausprobieren sollte, seine Ware selbst zuzubereiten und tut dies mit großem Erfolg.
Schon die Speisekarte lässt ahnen, dass es sich hier nicht um den schlichten Stadtteilchinesen umme Ecke handelt, denn diese weicht so sehr von den üblichen "Nr. 68 Hühnchen mit Bambus und Morcheln, Nr. 89 Ente mit Bambus und Morcheln" ab, dass man vor der Reservierung eines Tisches, was zu Wochenendzeiten durchaus angeraten ist, unbedingt mal einen Blick online hineinwerfen sollte. Es gibt nämlich ganze 5 Fleischhauptgerichte, ansonsten alles, was man unter Seafood so versteht, als da sind Garnelen, Hummer, blaue Schwimmkrebse, Taschenkrebse, Königskrabben, Tintenfische, jede Menge diverse Muscheln und Schnecken, Gelbfisch, Wolfsbarsch, Steinbutt, Lachs, Heilbutt und so weiter.
Die Fleischgerichte kann man getrost beiseite lassen, ich habe mal eines ausprobiert, es schmeckte keineswegs schlecht, aber kommt dem Seafood einfach nicht hinterher.


Als Vorspeise wählten wir Shrimps-Salat mit Avocado und Fischrogen (6,80 €)und pikanten Oktopus-Salat (6,80 €), der mit frischem Gurkenscheiben unterlegt war. Während die Shrimps eher etwas verhalten schmeckten, aber das tun sie ja auch immer und diese Art der Zubereitung brachte auch nichts interessanteres hervor, war der Oktopus-Salat eine Offenbarung, wirklich pikant in viel Marinade mit einer, ich vermute, Sojasauce und kernigwürzig im Fleisch:


Die Hauptgänge waren gebratene Taschenkrebse, umhüllt mit einer dicken Eipanade (21.90 €) und geschmorte Meeresschnecken ohne Schale mit Bambus und anderem Gemüse und einer Beilage aus sauer eingelegtem Rettich sowie Reis( 18,90 €). Der Rettich war übrigens jedes Mal, wenn wir dort gegessen haben, eine rosa knackig frische würzige Sache:

Nur auf Wunsch bekommt man noch eine Portion, denn er steht leider nicht extra auf der Karte.
Wer sich nicht so gern die Finger schmutzig machen möchte, sollte sich nicht an den Taschenkrebse ranmachen, es war schon etwas mühselig, das köstliche Fleisch aus dem Krebs zu holen:

Geschmacklich entgeht einem jedoch dann etwas, denn durch die Art der Zubereitung hat das Taschenkrebsfleisch eine ganz andere Geschmacksrichtung angenommen. Einfach mal mutig probieren.
Ich bin zwar noch nie ein Fan von Meeresschnecken gewesen, diese hier jedoch waren lecker in einer kräftigen dunklen Soße geschmort und zusammen mit dem Reis ein Geschmackserlebnis.
Klar, dass wir zum Abschluss noch ein Dessert probieren wollten und orderten zwei Kugeln Eis, welches je aus einer Kugel Grüntee-und Sesameis bestand. Das Eis, das jeweils sortenrein schmeckte, war so ein Zwischending aus schlichtem Milcheis und Sahneeis und passte ziemlich gut als Abschluss (3.50 €):

 

Großes Essvergnügen bereitet übrigens, zu viert (aber auch zu zweit) eine dieser großen Meeresplatten zu ordern, weil man so an deutlich mehr unterschiedliche Meeresfrüchte gelangt als bei den Einzelgerichten.
Ich verweise auf die Speisekarte und erspare dem Leser eine Aufzählung all der Bestandteile solch einer überbordenden Meeresfrüchteplatte.
Fazit: Wer mal endlich etwas authentischer chinesische Meeresfrüchte essen möchte, als er es beim Stadtteilchinesen gewöhnt ist, ist hier richtig. Eigentlich erübrigt es sich, zu erwähnen, dass der Anteil der asiatischen Gäste überproportional im Yin Seafood ist, und dass man in der Auslage all die Meeresfrüchte sieht, die dann geordert werden können, aber ich tu es trotzdem.
 

Genussanwältin


 


Yin Seafood Restaurant
Große Elbstraße 133
22767 Hamburg
Tel. 040 3810 9993
 

 
 
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